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gemökhochzwei

6. Februar 2012

Gemök² (gemeinsame gemeinsame Ökonomie)

Mit dieser Initiative sollen Finanzkooperativen bzw. Gemeinsame-Ökonomiegruppen angeregt werden, nicht mehr nur für sich alleine, sondern mit anderen Gruppen zusammen zu wirtschaften. Ohne die bestehenden Gruppen dabei aufzulösen, sollen Spielräume erweitert und mehr Möglichkeiten geschaffen werden.

Diese Initiative richtet sich an Menschen

  • die ihr Einkommen in einen gemeinsamen Topf geben und den Inhalt nach individuellen Bedürfnissen neu verteilen. (Gemeinsame Ökonomie bzw. Finanzkooperative)
  • die entweder in einer Gruppe zusammen oder im eigenen Haushalt leben wollen
  • die eine zusammenlebende Gruppe verlassen wollen, ohne die gemeinsame Ökonomie zu verlieren
  • die einen einfacheren Anschluß an die gemeinsame Ökonomie suchen
  • die selbst eine gemeinsame Ökonomiegruppe gründen wollen

Kleine Finanzkooperativen haben häufig das Problem, dass beim Verlust einer einzigen Person die gemeinsame Ökonomie zusammenfällt. Darüber hinaus gibt es finanziell ertragsreichere Gruppen, aber auch solche, die in prekären Einkommensverhältnissen ihre Armut umverteilen. Abhängig auch von Bereitschaft und Möglichkeit in eine Ware-gegen-Geld-Beziehung nach Außen zu gehen.

In den meisten Fällen sind Menschen, die in einer Gruppe zusammengelebten und eine gemeinsame Ökonomie hatten, beim Verlassen der Gruppe dazu gezwungen, sich ganz konventionell zu vermarkten. Die AussteigerInnen haben dabei oft das Problem, dass sie insbesondere nach längerer Lebenszeit in der Gruppe, außerhalb keinen Platz finden, wo sie ihre Arbeitskraft verkaufen können. Das passiert vor allem dann, wenn sie ihr Leben auf Gruppenbedürfnisse und nicht auf Vermarktungsfähigkeit ausgerichtet hatten. Somit bleibt manchmal nur die Wahl, in der unerwünschten Gruppe zu bleiben oder in prekäre Einkommensverhältnisse abzugleiten. Diese Abhängigkeit von einer einzigen Gruppe verstärkt eine Enge, die Konflikte fördert.

Der Zusammenschluss mehrerer Gruppen zu einer gemök² soll unter anderem erleichtern:

  • den Wechsel des Lebensortes, ohne Komplettverlust des Lebenszusammenhangs, der gemeinsamen Ökonomie, der Gruppe
  • den Waren- und Dienstleistungstausch zwischen den Gruppen
  • die Auflösung der Trennung in „ärmere“ und „reichere“ Gruppen
  • das Kollektivieren von Vermögen
  • die Unabhängigkeit der gemeinschaftlichen Altersabsicherung von einer einzelnen Gruppe zu erlangen
  • die Erhöhung der politischen Relevanz und Wahrnehmbarkeit in der Gesellschaft
  • die Vergrößerung der Freiräume jenseits des Arbeitsverwertungszwangs
  • die Möglichkeit, neue Gemökgruppen zu gründen
  • eine Vielfalt an Gemökformen zu entwickeln und zuzulassen

Die Idee zur Umsetzung kann hier nicht beschrieben werden, weil sie stark von den beteiligten Gruppen abhängt. Sie hat sowieso im sich verändernden Prozess wahrscheinlich mehr Verwirklichungschancen als eine ins Detail vorgeplante Ausführung.

Menschen, die sich schon mit dem Thema auseinandergesetzt haben, kamen zu folgenden Gedanken, Anregungen, Ergebnissen:

  • Um Unsicherheiten und Ängste zu beachten, kann ein Zusammenschluss zeitlich begrenzt – und verlängert werden, wenns gut läuft.
  • Einstiegsmodelle können entwickelt und Versuche gestartet werden, die es erlauben, sich an eine gemök² heran zu wagen: Beispiel: alle Gruppen bezahlen alles auf ein gemök²Konto und jede Gruppe bekommt davon erst mal die gleiche Menge Geld pro Person. Dadurch kann jedeR sehen, ob genug für ihn/sie da ist. Oder: Jede Gruppe nimmt sich vorerst nur alles Geld, was zur Deckung der Alltagskosten nötig ist. Dadurch ist absehbarer, wie viel für einmalige größere Ausgaben da ist. Oder nur ein Teil des Einkommens jedeR Person kommt auf ein gemök²Konto, auf das alle Zugriff haben. Der Anteil kann wachsen, wenn alle mitkommen, bis zum kompletten Zusammenschluss. Usw….
  • Es macht Sinn, Experimente zu machen, zusammenzuwachsen, und zu spüren, was sich am besten anfühlt und funktioniert,
  • Eine Vernetzung gut funktionierender Gruppen, in denen entspannt mit unterschiedlichen Bedürfnissen umgegangen wird (sie wurden Kuschelökonomien genannt) wird einfacher zu bewerkstelligen sein.
  • Periodische Treffen möglichst vieler Mitglieder (zu Beginn häufiger, später eventuell auch ein mal pro Jahr) erfüllen den Sinn, eine Anonymität zu verhindern und bei Bedarf vordiskutierte Veränderungen zu entscheiden.
  • Das Einbringen von Vermögen, kombiniert mit einer Altersabsicherung, kann vereinfacht werden, wenn auch eine Allmendenkooperative (siehe www.anavan.wordpress.com) existiert.


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