Beitragsökonomie
Was ist die Beitragsökonomie?
Die Beitragsökonomie schließt eine Gruppe von Menschen zusammen. Die Gruppe bietet ihre Produkte und Dienstleistungen der Gesellschaft an. Sie bieten ihre Leistungen nicht gegen Bezahlung an. Sie stehen der Gesellschaft „kostenlos“ zur Verfügung. Sie werden also abgegeben, ohne bezahlt zu werden. Das Angebot der Gruppe an „die“ Gesellschaft setzt sich aus dem zusammen, was alle gemeinsam aus der Gruppe anbieten können. (z.B. ökologische Bauberatung, Lederartikel, Bautätigkeiten, Bachblütentherapie, Gemüse, Geigen reparieren, Ferienwohnung, Bier, Schmuck, Töpfer-, Stockkampf-, Gruppengründungskurse….).
Unabhängig davon, was und wie viel die Gruppe anbietet, braucht sie für ihr Leben Geld, Produktionsmittel, Dienstleistungen oder Produkte. Den Menschen, denen sie etwas anbietet, muss klar sein, dass diese kleine Gesellschaft dann funktionieren kann, wenn man/frau zum Lebensunterhalt anderer etwas beiträgt. Die „Beschenkten“ bezahlen also nicht für das, was sie bekommen haben. Sie tauschen auch keine Geschenke aus. Sondern sie tragen sowohl mit ihrem Geben als auch mit ihrem Nehmen zum Erhalt einer Gesellschaft bei. Sie können - unabhängig von der Höhe der erhaltenen Leistungen – etwas zum Erhalt der kleinen und der großen Gesellschaft beitragen, oder das auch sein lassen. In dieser Ökonomieform werden Leistungen nicht in Geld bewertet und umgerechnet. Sie orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen und an dem, was JedeR zum Gelingen der Gesellschaft beitragen möchte und kann.
Umsetzung:
Damit deutlich wird was in der Gruppe zum Leben gerade fehlt, wird eine Internetseite eingerichtet, die für alle an der Transaktion beteiligten einsehbar ist. Dort kann nachgeschaut werden, ob von der Gruppe gerade einen Kopierer, eine Supervision, ein Auto, eine Fahrkarte, ein Föhn, eine Party, Ideen, ein Brauereikessel, ein Cello, eine Kreissäge usw. oder aber auch Geld benötigt wird. Die, die von der Gruppe etwas bekommen haben, können nachschauen, ob sie etwas haben, was sie an die Gruppe weiter geben können.
Ein konkretes Beispiel:
Person A macht einen Töpferkurs bei Person Ai. Person Ai ist Teil des inneren Beitragsökonomiekreises. Person A findet die Idee so gut, dass sie in die Grundeinkommenskasse einen monatlichen Beitrag von 100 € einbezahl
Person B bekommt von Person Bi ihre Geige renoviert. Person B freut sich über das Schnäppchen und empfiehlt Bi weiter.
Person C bestellt bei Person Ai Töpferware. Sie hat für Steuerberatungsbüro gerade einen neuen Bildschirm gekauft. Person Ci macht biologische Bauberatung, hatte auf der Beitragsökonomieseite im Internet mitgeteilt, dass sie einen neuen Bildschirm braucht. Person C hat das gelesen und gibt zwei Bildschirme ab. Einen für Person Ci und einen für den Fall, dass noch einer von der Gruppe benötigt wird.
Ergänzungen:
Die Gruppe, die ihre Produkte und Dienstleistungen ohne Bezahlung nach außen gibt, muß intern regeln, wie die eingegangenen “Lebensmittel” verteilt werden. Die Verteilung nach Bedürfnissen bietet sich hier am konsequentesten an (gemeinsame Ökonomie mit Bedürfnisprizip)
Diese Form der Beitragsökonomie läßt sich mit sehr viel geringerem Risiko für die Gruppe umsetzen, wenn sie sich (zum Beispiel) ein bedingungsloses Grundeinkommen selbst organisiert (siehe dazu den Blogbeitrag “Grundeinkommen selbstorganisiert”)
Die Beitragsökonomie gibt es in verschiedenen Umsetzungsformen. Siehe auch “nichtkommerzielles Wirtschaften” oder commonsbased peerproduction (nicht auf diesem blog)